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lunes, 17 de septiembre de 2018

Orestes und Pylades (Les Misérables)

Orestes und Pylades

Ich habe mich bei diesem Oneshot mehr am Buch orientiert, da diese Stelle für mich eine der Traurigsten in Les Mis ist. 

Ich hoffe es gefällt euch :)
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Enjolras rannte die Stufen hinauf, so schnell er konnte. Um ihn herum war alles zerstört. Schmutz und zerstörte Möbel flogen umher. Er merkte, wie ein Holzsplitter seine Jacke und das Hemd zerrissen und spürte einen stechenden Schmerz, doch er versuchte es zu ignorieren. Er musste ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für seine gefallenen Kameraden.

Combeferre, einer seiner engsten Freunde, durchbohrt von drei Bajonetten. Enjolras hatte gedacht, dass nicht einmal Tausend es geschafft hätten, Combeferres Herz anzuhalten. 

Courfeyrac, erschossen, noch als er die Fahne in der Hand hielt. Ein Kämpfer bis zum Ende.

Jetzt war er der Einzige, der noch aus der Führung der Gruppe übrig war. Doch wen konnte er anführen? Sie alle waren bereits gegangen. Bossuet, Joly, Bahorel, Feuilly, sogar Gavroche. Sie hatten nicht zurückgeschreckt, ein Kind zu erschießen.

Jean Prouvaire, einer der treusten Freunde des ABC. Es war Enjolras‘ Schuld gewesen, dass er gestorben war. Er hatte zu langsam reagiert. Er hatte auf die Menschlichkeit vertraut. Daran, dass auch die Nationalgardisten an eine Revolution glaubten, doch er hatte sich getäuscht.

Grantaire. Wahrscheinlich war er auch tot. Gefallen, wie alle seiner Kameraden.
Enjolras kämpfte sich weiter nach oben. Er war in einem der oberen Räume angekommen indem ein Billardtisch stand. Er zog ihn in die Mitte des Raumes und stellte sich selbst an die Wand, sodass der Tisch eine Abgrenzung zwischen ihm und der Tür bildete.

Er musste nicht lange warten. Eine Gruppe Nationalgardisten stürmte in den Raum. Er hörte leises Flüstern, doch es war ihm egal. 

„Er ist der Anführer.“, rief nun einer der Gardisten. „Er hat den Artilleristen getötet. Wo er steht, steht er gut und soll er bleiben. Wir werden ihn sofort erschießen.“
Enjolras lächelte matt. An diesem Tag waren auch viele der Kameraden dieses Gardisten gestorben. Er und Enjolras unterschieden sich nicht. Sie hielten beide an ihrer Überzeugung fest und waren zornig, verzweifelt und traurig über den Tod von Menschen, die ihnen viel bedeuteten. Nur das der Gardist eine Waffe hatte.

Enjolras schleuderte den Rest seines Karabiners weg und breitete die Arme ein Stück aus.

„Erschießt mich.“, sagte er und in seiner Stimme lag nicht die Spur von Unsicherheit oder Angst.

Er sah dem Ende entgegen und nahm es stolz an.

Ein Dutzend Mann stellten sich vor ihm auf und richteten die Gewehre auf ihn. „Legt an!“

„Warten.“, rief ein Offizier. „Soll man Ihnen die Augen verbinden?“

Enjolras schaute stur geradeaus als er antwortete: „Nein.“

„Haben sie den Artilleriesergeanten getötet?“

„Ja.“

--

Grantaire wachte unsanft auf. Langsam realisierte er, was um ihn herum geschah. Er hörte Schüsse, Holz zersplittern, Schreie.

Er richtete sich schnell auf und verspürte hämmernde Kopfschmerzen. Sie wurden jedoch von dem schrecklichen Gefühl verdrängt, dass er den Kampf versäumt hatte. Er hatte ihn verschlafen. Nicht einmal die Kanonenschüsse hatten es vollbracht, ihn zu wecken. 

Er hielt sich den Kopf und schaute sich ungläubig um. Das konnte nicht wahr sein. Er hatte so sehr versucht zu zeigen, dass er doch zu etwas gut war. Das er dazu gehörte und in entscheidenden Momenten zeigen konnte, dass er nicht nur ein Säufer war.

Doch er hatte versagt.

Auf einmal war es vollkommen still. Die Schreie und Schüsse waren verstummt. Das Einzige, was man vernehmen konnte, waren Schritte. Schritte ganz in der Nähe.
Grantaire wankte aus dem Raum und sah hastig um sich. Er wusste nicht, wo er hin sollte. Durch eines der Fenster konnte er das Chaos erkennen. Er sah einige seiner Freunde, die bewegungslos draußen lagen, neben toten Soldaten.

Sein Blick fiel auf einen der Räume in der Nähe, dessen Tür offen stand. Dort hatten sich einige Gardisten versammelt, die Waffen im Anschlag. Ihnen gegenüber stand Enjolras. Seine Jacke und das Hemd waren zerrissen, jedoch wirkte er ansonsten mehr oder weniger unverletzt. Er stand da, ohne Waffen, jedoch mit einem Ausdruck des Stolzes.

Grantaire beschleunigte seinen Schritt. Er wusste nun genau, wo er hinmusste. 
„Es lebe die Republik!“, rief er, als er den Türrahmen des Raumes erreicht hatte.

Die Gardisten drehten die Köpfe zu ihm und auch Enjolras richtete den Blick auf ihn.

„Es lebe die Republik!“, rief Grantaire noch einmal und drängte sich in den Raum.

Mit starrem Blick auf Enjolras ging er auf ihn zu. Vorbei an den Gardisten, direkt auf den Mann zu, den er verehrte, den er liebte, der ihn immer zurückgewiesen hatte. 
Jetzt entdeckte er einen neuen Ausdruck in den klaren, blauen Augen. Einen, nach dem er sich so lange gesehnt hatte.

--

Grantaire war nicht tot. Dieser Gedanke erfasste Enjolras. Grantaire ging einfach an den Gardisten vorbei. Direkt in die Schusslinie. Zu Enjolras.

In seinem Gesicht lag ein Ausdruck von Kampfeslust und Stolz. Sein Verstand war nicht vom Wein getrübt. Er war klar und ließ den Mut in Grantaire zum Vorschein kommen. Mut, sich dem sicheren Tod zu stellen. 

Grantaire war einer der Menschen gewesen, von dem Enjolras immer gedacht hatte, dass sie vor einem Kampf davon laufen würden. Dass sie dem Tod immer davon liefen. Doch nun stand dieser Mann vor ihm.

In Enjolras‘ kaltem Herzen regte sich etwas. Er sah nun in Grantaire nicht mehr den Trinker, den Taugenichts, sondern den Kämpfer, der für eine Sache zu sterben bereit war. 

„Erschießt zwei auf einmal.“, sagte Grantaire, als er bei Enjolras angekommen war.

In seiner Stimme lag ein bestimmter Ausdruck, ein Endgültiger. 

Er wandte sich zu Enjolras und lächelte, dieses schiefe Lächeln, wie er es immer tat.

„Erlaubst du?“

Enjolras erwiderte das Lächeln und hielt seinem Freund die Hand hin. Über Grantaires Gesicht huschte kurz ein überraschter Ausdruck, doch dann nahm er Enjolras‘ blasse Hand. Dieser drückte sie kurz und atmete leicht erleichtert aus.
Dann schallten die Schüsse und ein überwältigender Schmerz erfasste Enjolras. Er taumelte nach hinten und fiel gegen die Wand. Dann rutschte er langsam nach unten und es wurde allmählich dunkel vor seinen Augen. Seine Lider fielen zu, doch er war noch wach. Er konnte sich nicht bewegen. Sein Atem ging flach und brannte in seinen Lungen.

Er hörte Schritte, die immer leiser wurden und dann setzte der Tumult des Gefechts wieder ein. Er hörte neben seinem eigenen langsamen Atem noch einen Schnelleren, der Grantaire gehören musste.

Enjolras dämmerte langsam weg, doch bevor sein Herz endgültig versagte, spürte er, wie seine Hand gedrückt wurde und eine leise Stimme seinen Namen sagte.
Mit letzter Kraft öffnete er noch einmal die Augen. Neben ihm lag Grantaire. Einige seiner Locken hingen ihm ins Gesicht und verdeckten die dunklen Augen, die Enjolras direkt ansahen.

„Ich…bin froh-“ Grantaire hustete. „neben dir zu-“ Seine Stimme brach ab.

„Ich bin auch froh, Grantaire.“, brachte Enjolras hervor. 

Grantaire nickte leicht und dann fielen seine Augen zu. Enjolras klammerte sich an seiner Hand fest, so als wäre sie das Einzige, was ihn in dieser Welt hielt. Was ihn am Leben hielt. 

Seine Lider schlossen sich wieder und er atmete nur noch stoßweise. Doch anstatt Dunkelheit umhüllte ihn nun Licht und er hörte eine leise Musik. Eine, die förmlich ‚Rebellion‘ schrie. Er sah die Gesichter seiner Freunde und Grantaire vor sich, der ihm die Hand hinhielt. 

So lagen sie nebeneinander. Ein nüchterner Orestes und ein betrunkener Pylades.

jueves, 12 de julio de 2018

wilde und andersen---Kathrin Schauer

------------------wilde und andersen--------------Kathrin Schauer


3.3.4. Das Gebet
Das Gebet nimmt einen wichtigen Platz in einigen Märchen beider Autoren (Andersen und Wilde) ein. Das Vergessen auf das Gebet, wie es Karen in „Die roten Schuhe“ und Kai in „Die Schneekönigin“ bei Andersen passiert, zieht Konsequenzen nach sich und nur ein Gebet kann sie retten. Karen denkt während ihrer Konfirmation nur an die roten Schuhe und während eines Kirchgangs vergisst sie wegen ihrer Schuhe das Vaterunser zu beten. Als Kai der Schneekönigin begegnet will er ebenfalls das Vaterunser beten, kann sich aber nur – in einer rationalen Vernunftswelt verloren – an das große Einmaleins erinnern. Karen kann sich selbst helfen, erfährt jedoch erst Vergebung, nachdem sie wahre Einsicht gezeigt hat, sie für sich alleine betet ohne sich anderen in der Kirche zeigen zu müssen.
(Canterville) Auch seine Seele findet keinen Frieden. Einst aus Eifersucht zum Mörder geworden, muss er als Geist in seinem früheren Schluss herum spuken. Nur ein unschuldiges Mädchen, das um ihn weint und für ihn betet und ihn zu wahrer Reue bewegt, kann ihn befreien. Kai kann sich ebenfalls nicht selbst retten. Zu sehr steht er im Bann der Schneekönigin. Es ist Gerda, die nach ihm sucht und ein kurzes Gebet für ihn spricht, das lautet: „Roserne vokser i Dale, der får vi Barn Jesus i Tale“. Dabei handelt es sich um zwei Zeilen des dänischen Kirchenliedes Den yndigste Rose er funden (1732, Die anmutigste Rose ist gefunden) des pietistischen Dichterpfarrers Hans Adolph Brorson aus dem 18. Jahrhundert. Diese zwei Zeilen des Liedes verwendet Andersen häufig in „Die Schneekönigin“. Es begleitet die Kinder von Beginn an und wird Teil ihres inneren Wandels.
Gerdas Liebe erlöst Kai von der Schneekönigin, immer begleitet von dem zweizeiligen Gebet gehen sie den Weg von der kindlichen Unschuld zur wahren Erkenntnis.

3.3.7. Glaube oder Wissenschaft
Glaube und Wissenschaft sind nur selten in Einklang zu bringen. Die (Natur-) Wissenschaft ist etwas Greifbares und Logisches. Im Gegensatz dazu kann man den Glauben weder sehen noch fühlen und selten verstehen. Man muss darauf vertrauen. Wer dieses Vertrauen nicht in Frage stellt, kann zur höheren Erkenntnis gelangen und die göttliche Liebe erfahren.
In „Die Schneekönigin“ kann Kai die Schönheit der Natur nicht mehr wahrnehmen, nachdem er eine Spiegelscherbe, von dem Spiegel den einst der Koboldkönig (oder der Rektor der Zauberschule, oder Satan selbst) geschaffen hat, ins Auge und eine ins Herz bekommen hat. Die Spiegelscherben bewirken, dass Kay alles verzerrt wahrnimmt und das Schöne und Gute nicht mehr erkennen kann. Sein Interesse gilt nur mehr den geometrischen Formen der Schneeflocken. Anstatt an sein Gebet, denkt er nur an die Mathematik. Wildes Student kennt nur seine (Lehr-)Bücher. Er beschränkt sich nur auf die Wissenschaft und erweitert seinen Horizont nicht darüber hinaus. Kai kann nicht anders als sich mit Logik zu beschäftigen, der Student versucht nicht einmal, sein Wissen über die Wissenschaft hinaus zu erweitern. Die Nachtigall ist das Gegenstück zum Studenten. Sie verkörpert die Liebe und das absolute Vertrauen. Gerda ist Kais Nachtigall. Ihre unerschütterliche Liebe und ihr Vertrauen, Kay finden und retten zu können, helfen ihr bei der Suche. Der Student ist unfähig das Lied der Nachtigall zu verstehen, da er im Grunde kein Verständnis von Liebe und Vertrauen hat, da diese keiner Logik folgen er aber nur dieser mächtig ist. Seine Liebe zur Professorentochter wird enttäuscht und er schwört der Liebe ab. Für ihn gibt es nur noch die Wissenschaft und seine Lehr-Bücher. So wird er die wahre Liebe nie erfahren. Die Nachtigall ist für ihre Überzeugung gestorben. Sie hat nie ihren Glauben verloren und die göttliche Liebe gelebt und erlebt. Kai muss für die Schneekönigin das Wort Ewigkeit zusammenfügen, aber kein Teil passt ins andere. Dies ist nicht mit Logik zu schaffen. Gerdas Liebe, die die Spiegelscherben zum Schmelzen bringt, und Kais und ihre Freude über die Wiedervereinigung, formen das Wort Ewigkeit. Kai ist gerettet, hat er doch im Gegensatz zum Studenten zum Glauben gefunden.
Doch auch bei Andersen und Wilde gibt es die bedingungslose Liebe. Denn alleine die bedingungslose, aber vor allem selbstlose Liebe lässt die kleine Gerda alle Hindernisse überwinden, um ihren Kai vor der Schneekönigin zu retten. Genau von dieser Liebe singt die heillos romantische Nachtigall in Wildes „The Nightingale and the Rose“. Die Nachtigall ist eine wahre Romantikerin, die an die Liebe als Ideal glaubt: „Surely love is a wonderful thing. It is more precious than emeralds […] nor can it be weighed out in the balance for gold.“ Für sie ist der Student ein wahrhaft Liebender, für dessen Glück sich der Tod lohnt. Doch anders als Gerda wird der Student diesem Ideal nicht gerecht und auch seine Auserwählte hat zu keiner Zeit diesem Ideal entsprochen. Die einzige Bedingung, die die Nachtigall an den Studenten stellt, ist ewig an seiner Liebe festzuhalten, allen voran sie in alle Ewigkeit zu Ehren und wie sie jedes Opfer dafür zu bringen. Denn in den Augen der Nachtigall ist die Liebe stärker als Philosophie oder Wissenschaft. Dass der Student sich wieder der Wissenschaft widmet, macht den Tod der Nachtigall, dem Symbol für wahre und bedingungslose Liebe, noch tragischer.

3.5. Das Spiegelmotiv
Der Spiegel ist ein zweideutiges Motiv. Zum einen steht er als Symbol für die Eitelkeit, zum anderen für Selbsterkenntnis, Klugheit und Wahrheit. Andersen und Wilde greifen diese Symbolik mehrfach in ihren Märchen auf.
In „Die Schneekönigin“ erzählt Andersen von einem Spiegel, den der Koboldkönig/Satan selbst gefertigt hat. Dieser verzerrt die Wahrheit und zeigt dem, der hineinblickt, nur das Schlechte und Hässliche. Mit den Träumen des jungen Königs verhält es sich ähnlich. Zwar hat sie nicht der Koboldkönig gemacht, aber sie führen dem König die negativen Seiten der schönen Dinge vor Augen, die er so liebt. Jedes noch so schöne und edle Gewand und jeder noch so schimmernde Edelstein verlieren an Glanz und Wert, wenn Blut und Tod an ihm haften und jeder König, der dies zulässt, ist für sein Amt unwürdig. Diese Wahrheit muss der junge König lernen, als er in den Spiegel blickt.

3.6.2. Der sprechende Blumengarten
Ganz anders verhält es sich mit den Blumendarstellungen in „Die Schneekönigin“ und „The Birthday of the Infanta“. Hier dient der sprechende Blumengarten vor allem als Füllelement und zur Verzögerung der Handlung. In beiden Märchen haben die Blumen die Fähigkeit zu sprechen. Die erste Station bei ihrer Suche nach Kai führt Gerda in den Blumengarten einer alten Frau. Jede einzelne Blume dort erzählt eine Geschichte aber keine kann Gerda bei der Suche nach Kai helfen. Die Blumen hören nicht zu und reden an Gerda vorbei. Sie halten sie auf und vertrödeln ihre Zeit.
Die Blumenszene nimmt ebenfalls einen sehr großen Platz im Wildes Märchen ein, ähnlich wie in Andersens „Snedronningen“ (1845, Die Schneekönigin). Anders als bei Andersen bringen sie die Handlung aber weiter bei Wilde, indem sie den Hauptcharacter über den Irrglauben seines Selbstbildes aufklären. Bei Andersen geben die Blumen im Abschnitt „Der Blumengarten der Frau die zaubern konnte“ keine Antworten. Sie erzählen nur Geschichten, die Gerda aufhalten sollen, sie aber nicht weiterbringen. Auch Andersen schmückt seine Märchen mit kunstvollen Beschreibungen aus, er übertreibt es jedoch kaum so wie Wilde. Die Märchen, die Kunst und Natur zum Thema haben, sind trotzdem noch in einfacher Sprache gehalten und wirken keineswegs überladen. Einzig ein paar Märchen, in denen er Stoff aus der Volkstradition bearbeitet, schmückt Andersen durch Beschreibungen und Wiederholungen so stark aus, dass sie in einzelnen Textpassagen regelrecht überladen sind.

3.11.1. Interaktion Mensch, Tier, Gegenstand
Sprechende Tiere, Pflanzen und Gegenstände treten im Märchen häufig in Erscheinung. In „Die Schneekönigin“ findet man sprechende Blumen.

3.11.4. Wanderschaft
In der Volkstradition zieht der Held aus, um Abenteuer zu erleben, daran zu wachsen und am Ende reifer zu sein. Bei Andersen und Wilde ist dies oft eine Reise zur Selbsterkenntnis. Gerda macht sich in „Die Schneekönigin“ auf die Suche nach Kai...

4. Konklusion
Aber auch der Student aus Wildes „The Nightingale and the Rose“ wird von seiner Angebeteten verschmäht, gibt aber wie der Kreisel, der Schmetterling oder der Halskragen aus Andersens Märchen „Flipperne“ (1848, Der Halskragen) die Liebe auf und widmet sich wieder anderen Zersträuungen, wie seine Lehr-Bücher, ohne jemals die wahre alles aufopfernde Liebe kennengelernt zu haben, für die Wildes Nachtigall stirbt und für die Andersens Gerda im Märchen „Snedronningen“ (1845, Die Schneekönigin) alle Hindernisse auf der Suche nach Kai überwindet.  Während bei Wilde das Ideal der Liebe mit der Nachtigall stirbt und in „The Remarkable Rocket“ (1888) die Dichter für den Tod der Liebe und der Romantik verantwortlich gemacht werden, überwindet die Liebe in Andersens „Die Schneekönigin“ alle Hindernisse.

martes, 19 de septiembre de 2017

ACH, ICH BIN EIN ELEND SÜNDER...

Att Jergen Puckel är tysk, om inte tyskättling, râr det inget tvivel om. Keine mehr Zweifel, dessutom, när han liksom sin landsman Heinrich Faust förskriver sig till den Onde, ger sin signatur i blod... och ger Mefisto följande svar auf Schweutsch (undertecknat har rättskrivit Bellmans usla tyska):


 Ach, ich bin ein elend Sünder,
 mein Contract till Ende går;
 Herz einmal, ich mich verbinder,
 noch zwei år.

Ich soll alle Flicken kränke,
på Spielhusen vare flink,

 altrich på min Ehefrau dänke,
 på Katrink!
 Schönt Fiolen schtemmer.
 Bringt mir Bleck und Penne!
 Fröhlich hör jak dik nu till, tu Fan, vid förschte Fink.


 Mit mein rechte Blut jak schriever
 dich nu dette Refersal,
 det jak mich nu übergifver;
 Ganz fatal!
 Det jak ej will vare nükter,
selten uti Kirchen gå,
 truhget fülle meine Plikter,
 klunke på,
 glemme alle kremper.
 Stockholm den Nofember,
 Manu mea propria, auf Krugen Rosenthal.





jueves, 22 de junio de 2017

Vom toten Leutnant

Vom toten Leutnant 

In Sorno waren im Dreißigjährigen Krieg mehrere Offiziere versammelt. Sie sprachen von diesem und jenem, zuletzt kamen sie zu einer Wette, wer von ihnen nachts zwölf Uhr auf den dortigen Friedhof zum Grab eines Freundes gehen würde. Ein blutjunger Leutnant erklärte sich bereit, das Grab des Freundes zu gegebener Zeit aufzusuchen. Da aber die Zeit verging und der Leutnant nicht zurückkehrte, so begab sich die Gesellschaft gemeinsam hin, um nach ihm auszuschauen. Aber, o Schreck, der Leutnant lag tot auf des Freundes Grab. Als man genauer hinblickte, sah man, daß er an einem Nagel hängengeblieben war. Der Leutnant glaubte, daß der Tote ihn festhielt, und war vor Schreck gestorben.

In the village of Sorno, during the Thirty Years' War, there were several officers gathered. After talking about this and that, they finally made a bet, a test of courage, about who of them would go at midnight to the local cemetery, to the grave of a late friend of theirs. A stripling of a lieutenant confessed that he was ready to seek out his friend's grave at the time they had given. However, as time went by and the lieutenant did not return, the others went together to the cemetery to look for him. But --what a dreadful sight!-- the young officer lay dead at his friend's grave! A closer look revealed that he had been left hanging flesh deep by a large nail. The lieutenant, believing that his deceased friend was holding him tight, died allegedly of the fright (a more plausible explanation would be that he got blood poisoning).

domingo, 26 de marzo de 2017

OTHELLO ALS GEDICHT



OTELLO  (FREI NACH VERDI)


Die Geschichte ist bekannt.
Ein Mohr zum General ernannt
Hatte niemals  sich geduckt
Und sich also bald verguckt
In ein  Mädchen in Venedig,
wollte sein nicht länger ledig.
Hat sie heimlich dort  gefreit
Und so, schon nach kurzer Zeit
War es nicht geheim geblieben,
Was sie miteinander trieben.

Ein Fähnrich, der sich Jago nennt,
aber keinen Anstand kennt,
verkündet allen, gröllend laut:

Unser  Mohr hat eine Braut.

Otello aber wird befohlen
Nach Zypern, nicht sich zu erholen,
nein- da der Türkenfeind dort lauert-
darob Desdemona erschauert
sie lässt den Gatten nicht allein
und schifft sich nebst  Gefolge ein.
Dies alles ist die Vorgeschichte
die ich deshalb hier berichte,
damit du besser merkst, was dann
noch alles so passieren kann.

Der Vorhang hebt sich rasch empor.
Im Vordergrund der Opernchor,
ein Blitz ,ein Krach,  die See sie bebt
und mit viel Lärm wird jetzt erlebt,
wie dort  Otellos stolzes Schiff
beinah zerschellt an einem Riff.

Fast hätte Jago triumphiert
Sagt allen deutlich, ungeniert,
„das Meer ist bald des Helden Grab“
und eilt von seinem Platz herab.

Nun, dank des Chores Hilfsgebet
Sogleich  Otello vor uns steht
Der stolze Held in Siegerpose
(Rodrigo macht sich in die Hose)
Er singt mit Wucht: der Sieg ist mein!
und lässt die  andern dann allein.
Desdemona, die hoch verehrt
wird von Rodrigo auch begehrt.
Der gönnt Otello nicht sein Glück
Bejammert laut sein Missgeschick.

Doch  Jago will für sich dies nutzen
Und bringt den Armen so zum Stutzen,
In dem er die Intrige schürt,
(Was  später auch Otello spürt)
Dass Cassio, der Leutnant gar,
Ob wohl doch Jago älter war,
Sich in Desdemona verguckt,
Rodrigo  nun schon heftig schluckt.
Ein Feuer prasselt vor sich hin
Was hat da Jago wohl im Sinn?
Nun, Cassio, des Weins  abhold,
an   doch   dazu bekommen sollt
bald  einen Fehler zu begehen
„So,“ sagt jetzt Jago,“ lass uns sehen,
ich lad ihn ein  zum Trinkgelage,
wohl ist es deshalb keine Frage,
dass Cassio  dort auf das Wohl
des Feldherrn  fröhlich trinken  soll.“
Gesagt, getan und froh gezecht,
Dem Cassio ist´s erst nicht recht
Und Jago macht die  ganze Show
Bis der Herr Leutnant ziemlich blau
bald  heftig angepöbelt wird,
Was dieser auch  sofort pariert.
Nun tritt Montano auf den Plan
Sieht sich die ganze  Szene  an
Er ist hier Hauptmann, seine Sache
Ist zu befehlen heut die  Wache.
Doch Cassio nun vollends dicht
Dem Hauptmann  einfach widerspricht-
Und er beginnt mit ihm zu raufen
Du siehst sie  beide wütend schnaufen.
Nur Jago steht im Hintergrund
Und freut sich diebisch schon zur Stund
Auch wird viel Lärm herum gemacht
Davon Otello ist erwacht
Schon tritt er in die Szene wieder
Dem Cassio ist ´s wohl zuwider
Otello , der hier  vollends munter
Schreit alle an:  Die Schwerter runter!
was fällt euch ein, wozu der Lärm!
das fährt ja einem ins Gedärm!
Und da sie nach dem Gatten sah
naht justament Desdemona-
Otello  darauf ungerührt
Herrn Cassio hier degradiert.
Der weiß nicht recht, wie ihm geschieht
Und sich auch nicht  so recht bemüht.
Nur Jago spricht wie es gekommen
Zu jenem Streit.-( wie´s ihm will frommen)
Otello,  da er schon mal  da
Hält fest im Arm Desdemona.
Die Szene leert sich und die beiden
sich an dem Glanz der Sterne weiden
und  singen träumend nun zurück
wie einst begann ihr Liebesglück
der stolze Held ,das Mädchen nett
noch viel  man sich zu sagen hätt,
doch gibt sie zart ihm einen Kuss
der Vorhang fällt , Akt 1 aus,- Schluss.
der Vorhang zu Akt zwei sich hebt
Ja, einiges wird  da  erlebt
Jago hofft, es mög gelingen
Otello in die Knie zu zwingen,
denn er hasst den General
wünscht ihm nichts als Pein und Qual
Er will dessen Eifersucht,
Die bekannt, mit voller Wucht
bald entfesseln- und mit List
Denkt er was zu tun jetzt ist

Cassio ,mit viel Geplärr
Jammernd kommt zu Jago her
Klagt lautt ihm, dass er seinen Rang
Nun verlor und wie er bang
meint, es könnte nie gelingen
Othellos Zürnen zu bezwingen.

Jago nicht von  ungefähr:
- dieses sei an sich nicht schwer
er soll Desdemona bitten
ganz in Anstand und in Sitten
für den Streit letzthin, beim Zechen
bei Otello vorzusprechen.
Cassio mit Unverstand
Hat sich gleich an sie gewandt.

Jago bleibt allein zurück
offenbart uns in dem Stück
seinen Glauben, so wird klar
offen legt er ihn uns  dar:
Ein einzig Nein, dem Nihilist
Sein  wahres  Anti- Credo  ist
Und brüllt, von Mitleid keine Spur,
der Himmel sei ein Märchen nur.
Otello sieht  soeben noch,
Wie dieser Cassio jetzt doch
mit Desdemona eben spricht
Warum ? so ganz versteht er’s nicht.
Jago, jetzt noch nicht  mit Wucht,
Entfacht des Mohren Eifersucht
Fragt, ob Cassio denn  gar
Länger schon ein Freund ihm war
Und es kommt ihm komisch vor,-
(Otello glaubt´s, und ist ganz Ohr,)
dass Cassio so oft allein
mag mit Desdemona sein.

Diese nun zu dessen Glück
Kommt eben vom Gespräch zurück
mit Cassio . -  Mit zarten Sinnen
Versucht den Gatten zu gewinnen
Dem Armen bald doch zu vergeben
Und in den alten Rang zu heben.
Ein Chor der  treuen Zyprioten
Wird auch dabei noch aufgeboten
Um ihre Herrin zu erfreuen,
Sie dankbar schöne Blumen streuen
Otello aber greift ans Herz
Auch an den Kopf, sích,fühlt nur Schmerz
Und Desdemonas Versuch
mit einem feinen Taschentuch
die Stirn des Helden mild zu kühlen,
(muss erst danach im Täschchen wühlen)
wird abgewiesen,  und es  fällt
zu Boden, eben wie bestellt
nimmt es Emilia zu sich,
was dieses  sogleich   ärgerlich
jetzt Jago fordert und er zwingt
dort  seine Frau ,die es ihm  bringt.
Mit diesem Taschentuch so eben
Möchte er , der bös sein ganzes Leben,
Otello den Beweis erbringen
Für Desdemonas Untreu, zwingen
Will  er Otello, dann  zu töten
Die Gattin und in allen Nöten
Auch Casio zu massakrieren,
Hier kann man nur noch Abscheu spüren!
Jago aber sucht indessen
Voller Neid und Hass, versessen
Dem Otello  einzureden
Desdemona treibts mit jeden
Dieser brüllt, :“das kann nicht sein
Lüge nur nicht, weh Du Schwein!“
Und er packt ihn, wirft ihn nieder,
kaum erholt sich Jago wieder
- Wenn so Treue wird belohnt
die unfehlbar in mir wohnt
So will er sich wohl bequemen
Fort von hier und Abschied nehmen!“
Otello sieht ins Aug ihm fest
,da es keine Ruh  ihn lässt
Bist du ehrlich? Oder Sie
Oder keiner? sag nur wie
Kann ich dieses Rätsel lösen
Und mich vom Verdacht, dem bösen,
Der mich quält denn nun befrein
Sprich wie kann das alles sein?
Jedoch ,dass Jago ihn recht  quält,
Wird jetzt  ein Märchen noch erzählt,
Von einem Traum, den letzte Nacht,
als er bei ihm noch etwas wacht,
den Cassio, der sonst so brav,
hinsäuselte im  süßen Schlaf
Und Jago schildert listig fein,
Wie Casio sich steigert rein
In Desdemonas heiße Küsse,
gar er Otello lassen müsse
Dies zarte, ihm verhiess´ne Glück,
Sinkt so in tiefem Schlaf zurück.
Doch solche Lügen gibt’s noch mehr.
So, Jago nicht von ungefähr
Frägt er nach dem besagten Tuch
in das gewebt  ein Zauberspruch
das er Emilia entrissen
wie wir ja schon von vorher wissen.
Otello dessen eingedenk
Erinnert sich an sein Geschenk,
wie er in zarten Glückes  Triebe
gebracht hat  seiner einz´gen Liebe
„Genau das Tuch“, sagt  Jago jetzt,
Und dieses deutlich abgesetzt,
„ich sah es kürzlich, schwenkend froh,
sich schnäuzend drin,  -- bei Cassio“
Mit ganzer Kraft und aller  Wucht
Otello wütet, raset,  flucht!
Des Himmels heil´gem Donnergrollen
Will er ein blutig Opfer zollen
Auch Jago heuchlerisch gestimmt,
-das Recht,-  wie er sich’s einfach  nimmt?-
Fällt ein zugleich!  Welch ein Duett!
O, wenn er nur geschwiegen  hätt!
Der Racheschwur der Beiden gellt
Im Opernhaus.  Der Vorhang fällt!

Im dritten Akt nun dies geschieht,
wo Jago weiter sich bemüht
des  Herrn Tenoren Eifersucht
zu schüren, böse und verrucht.
in Herold naht um vor dem Helden
von Zypern Folgendes zu melden:
Lodovico der gesandt
Von Venedig naht, bekannt
War dies  schon Otello,  bald
Lässt ihn diese Meldung kalt.
Jago also nun erklärt
Wie er weiter jetzt verfährt
Casio dazu zu bringen
ein Geständnis aus ihm zwingen
Und Otello  unentdeckt
heimlich leise hier versteckt
soll beachten was der Wicht
mit ihm hernach hier  bespricht.
„Vielleicht trägt er das Tüchlein zart?
Das alles  trifft Otello hart
„ ach  wie kann das alles  sein?,
Geh! und lasse mich allein!“
Schon naht  sorglos eben da
Wiederum Desdemona
Sie will ihren Mann betören,
aber dieser lässt sie schwören,
dass sie rein und ohne Schuld,
sieh versteht´s nicht, voll Geduld,
will sie nun, da sie gelitten
auch mit Cassio, -jetzt bitten.
Doch Otello sagt verdrossen,
Zorn ist ins Gesicht geschossen,
er will jetzt das Taschentuch
o das wird ihm noch zum Fluch!
„Ach ich hab es nicht bei mir“,
-„hol es gleich – das sag ich Dir
eingewebt ist drin ein Segen
der zum Fluch wird und deswegen
will ich’s jetzt! hier auf der Stelle
bring es her, in aller Schnelle ! „
Ja  er windet sich herum
Desdemona sagt:  zu dumm
Komme ihr das ganze vor
Leih mir bitte doch dein Ohr
Will für Cassio jetzt sprechen
Otello sieht man fast erbrechen,
„nichts von dem!“ - noch ein Versuch,
„wo ist dieses Taschentuch?“
Und mit böser  Ironie
Zwingt er sie nun in die Knie,
„Von Treue find ich keine Spur
Du bist nur Otellos Hur!“
Und befiehlt ihr fortzugehn,
Traurig lässt sie es geschehn
Der Held allein, zurück gelassen
kann sich in seinem Wahn kaum  fassen
Und jammervoll er klagt und weint
Für ihn nicht mehr die Sonne scheint.
Doch sie und Cassio verderben,
Ja sicher, beide müssen  sterben!
Er ist nur noch auf eines heiß
Den rasch unleugbaren Beweis!
Strahlt ihm nicht mehr  des Glückes Sonne
so sei Ihm Rache einzig  Wonne!“
Da naht nicht von ungefähr
Der Rivale selbst daher,
den sich Jago herbestellt
mit Bedacht und so, er fällt
hier  Otello in den Rücken.
ein Ränkespiel mit allen Tücken!
Cassio zeigt unbekümmert ,
was die Lage nur verschlimmert
das  feine Tuch von zarter Hand,
er in seinem Zimmer fand
(Jago hats dort hin gebracht
Irgendwann vergangne  Nacht)
Otello kann  sich schnell   verstecken
Flucht leise nur: “er soll verrecken!“
Versteht den Sinn der Worte  nicht,
Da Jago immer  unterbricht.
Diese ganze Szene zeigt
Worüber jeder Anstand schweigt.
Er schwingt das Tüchlein vor der Nase
Unsres Helden  – in der Phase
Donnert die Kanone gar
Von Venedig naht der Star,
Lodovico der vom Dogen
Bringt Otello die Elogen.
Jago will nun unbedingt,
dass Desdemona man bringt
um den Gast auch zu begrüßen
bald wird sie ´s bedauern müssen.
Der Gesandte weiß noch nicht,
was passiert, deshalb er spricht:
Heil dem Helden, der den Sieg
uns gebracht,  und dass der Krieg
nun vorbei! Ja hoch geschätzt
bist du Held !doch abgesetzt
bist du auch ., denn ohn Verweilen
sollst du nach Venedig eilen
Neuer Herr im Hause sei
Rate mal ? nun eben frei
Sag ich’s,- dieser Meldung froh,
dein guter Freund- der Cassio.
Otello nun mit vollem Zorn
Geht rasend an die Bühne vorn
er zittert, weißer Schaum vorm Mund
dies ist für ihn die schlimmste Stund
Und als die Gattin noch versucht
Ihn zu beruhigen, da verflucht
Er sie, er packt sie gar
Wirft sie zu Boden, uns wird klar
Er ist, wenn ich s noch nicht genannt,
vollkommen  irr und ohn Verstand.
Und alles sucht die arme Frau
Zu trösten, die nur bleich und grau
Ihr armes Schicksal leis  beklagt
Sie hatte doch nur eins gewagt
Otello  nach dem Grund zu fragen
Sie tät es besser nie mehr wagen.
Und dieser  schreit: „ geht jetzt hinaus
Ihr alle seid für mich ein Graus-
Oh,  Du mein Engel, sei verflucht!“
Ein jeder jetzt das  Weite sucht,
„Flieht meinen Zorn!“. -  nur noch zurück
der Held und Jago, der ein Stück
Im Hintergrund geblieben war
Ein Trauerbild  sich bietet  dar
Otello sich am Boden windet
Weil das, was er da sucht, nicht findet,
er lallt nur noch den einen Spruch:
„das Taschentuch! Das Taschentuch!
dann fällt er starr in Ohnmacht nieder
und Jago naht- sonst treu und bieder-
jetzt  triumphierend ,seinen Fuß
auf dessen Stirn  gar stellen muß,  -
im Hintergrund kreischt eine Möwe-
!“Seht her! Da liegt Venedigs Löwe!“
und lacht , der ihm  nicht widerspricht,
Voll Hohn ,dem Held ins Angesicht
Verstellung er nicht mehr  bemüht,
der Vorhang sich  zusammen zieht
Erwartend ihre Schicksalstunde
davon gibt uns Akt vier  die Kunde
Desdemona, die keiner sah,
So traurig, mit Emilia,
Verzweifelnd an der bösen Schmach
Verweilt sie nun im Schlafgemach
Emilia  ihr Haar entflicht
Beruhigend sie zur Herrin spricht
Desdemona  in ihrem  Leide
Trägt vor das Trauerlied der Weide
einst hat s die Magd im Elternhaus
gesungen auch - zart klingt es aus
Da schreckt sie auf . ! „was war das  jetzt?“
„war nichts, -der Wind nur,“ und so setzt
sie sich  zum Schlaf  bereit an Bettesrand
ihr Aug zum Himmel noch gewandt
so schickt Emilia sie  fort
Im Arm sie nehmend, von dem Ort

Dann  betet sie in frommer  Weis
Ein Ave still gehaucht, ja leis
Erfleht sie Trost,  und fällt in Schlummer
Betrübt  in ihrem großen Kummer.
Die Kerze flackert  vor sich hin
Da naht ,Vergeltung nur  im Sinn
Otello selbst mit leisem Schritt.
Die Schlafstatt eben er betritt.
Sieht in das Angesicht der Schönen
Muß sie mit einen Kuss verwöhnen,
Dass sie, die keine Schuld doch trägt,
nun auf das müde Auge schlägt
„Bist Du s  Otello ? endlich da?“
Er murmelt nur gebrochen:“ Ja“
Und den berühmten Satz er spricht:
„Hast Du gebetet oder nicht?
Wenn Nein dann tue es sogleich
Denn bald bist du im Totenreich!“
Warum, was habe ich getan?
„Betrogen hast du deinen Mann!“
mit Cassio, mir wards verbürgt
und deshalb wirst du gleich erwürgt
er lässt ihr keine  Chance mehr
sein starker Arm er lastet schwer
auf ihren Hals . Sie röchelt noch
„unschuldig bin ich , warte doch“
„Zu spät ist s!“ schreit er und er drückt
solange zu´, bis sie erstickt.
Da klopft es an der Tür, erst sacht
Dann lauter noch, mit aller Macht
„Was gibt es denn?  wer nahet da?
Ganz aufgebracht ? , Emilia !“
„Unweit von hier gabs ein Gemenge
In Zyperns alter Gassen Enge
Herrn Cassio, ihn fand man jetzt
am Leben noch , doch schwer verletzt“
" Er lebt ?!, verdammt ! warum denn nur!“
Von Reue zeigt er keine Spur

Emilia ,wie ich erwähne
ist eingetreten . in der Szene
ruft lauter gleich, dass fern und nah
es  jeder hört  :“ Desdemona
ist hingemordet , kommt und seht
welch Unheil dieser Narr begeht!
„Unschuldig war sie!“.  –„Sie war s nicht!“
Otello sofort widerspricht
O könnte man uns dies ersparen!
„ Von Jago hab ich es erfahren!“
Mein  Taschentuch hat sie gegeben
Dem Cassio , sie sollt nicht leben!
Zum Himmel schickt ich sie hinauf!“
Da klärt Emilia ihn auf
„Von Cassio?- o nimmermehr“
Was jetzt sie kündet, trifft ihn schwer
„Der Jago  hat es mir genommen
Als ich es fand,  es sollte frommen
Zu seinem bösen Plan ,voll Lüge
Es war nur List! Ja nur Intrige!“
Otello sieht den Bösewicht
Der zu der Sache nicht mehr spricht
„Sag Unmensch Du, wie  kann das sein?
Was tat ich Dir? Ein  freches „NEIN“
ihm Jago meldet-  von dem Ort
Eilt er, nie mehr gesehen fort!
Was bleibt also noch zu tun?
Es betritt die Bühne nun
Cassio, der humpelt schwer
Auch Montano eilt daher
Lodovico unterbricht
„Gib mir dein  Schwert !, du brauchst es nicht
Verhaftet bist Du! komme jetzt
Ab sofort bist Du abgesetzt!“
Otello reicht das Schwert ihm dar
Sieht ihm ins Auge fest und klar
„Ein letztes Wort will ich noch sagen
Gestattet es mir vorzutragen
„Vorbei ist alles ! Ehr und Ruhm
-Es war !  Otellos  Heldentum!
O wärest du bei mir noch da
Desdemona ! Desdemona! „

Rasch zieht er einen Dolch ,versteckt
aus seiner Schärpe, unentdeckt
Und sticht sich, endend seinen Schmerz
Mit voller Wucht tief in sein Herz
„Hier liegt mein Engel  zart und rein
Ja treuer könnte keine sein!
Erinnerung aus weiter Ferne
Naht wieder mir, ihr hellen Sterne
Wie einst ich euch mit ihr nur sah
Ein letzter Kuss!  Desdemona!“
Er öffnet nie mehr seine Lider
Ganz langsam fällt der Vorhang nieder.