An diesem Abend ihrer Flucht rasteten sie schon früh. Es war ein heißer Tag gewesen, sie waren müde, hungrig und verschwitzt, und als sie schließlich auf einer kleinen Lichtung ankamen, von hohen Tannen umstanden, etwas kühler und abgelegen vom Weg, da ließ Friedrich sich erschöpft auf die Wiese fallen und erklärte Katte, dass er sich nicht in der Lage fühlte, auch nur einen Schritt weiterzugehen. Er streckte sich müde im Gras aus und schloss die Augen.
Katte schüttelte darüber nur den Kopf, holte einen Apfel aus ihrem Beutel mit Vorräten und schnitt ihn in zwei Hälften. „Hier. Iss etwas.“ Er hielt ihn Friedrich hin, der aber nur kurz blinzelte und den Kopf schüttelte. „Aber Sanssouci… du musst essen…“
Sanft beugte sich Katte über seinen Geliebten, betrachtete seine sinnlichen, roten Lippen… so rot glühend wie die Stämme der Tannen im Sonnenuntergang… Katte konnte sich nicht zurückhalten. Er küsste ihn lange und zärtlich. „Bitte… Friedrich… mon cher…“
Friedrich aber griff nach oben in Kattes Haar, ohne auf dessen Bitten einzugehen, hielt seinen Freund fest und seufzte leise auf. „Katte… du bist so schön…“
Im letzten Licht des Abends leuchteten Kattes Haare beinahe rot, vom Bergwald herunter wehte der herrliche Duft nach Tannen im Sommer. Friedrich atmete tief durch. Er war müde, das ja. Aber er war mit Sicherheit nicht so müde, dass er Katte nicht mehr begehrte. Und es war schon so lange her, dass sie miteinander geschlafen hatten…
Er hörte Katte leise lachen und wusste, dass der verstanden hatte, was er wollte, denn kurz darauf fühlte Friedrich Kattes Hände an seiner Hüfte, sie zupften vorsichtig sein Hemd aus der Hose und schoben es ihm bald darauf nach oben.
Tief atmete Friedrich ein, als Katte seinen Bauch küsste. Er gab sich seinen Empfindungen hin, genoss das Gefühl der warmen Finger auf seiner Hüfte und seinen Oberschenkeln, die immer weiter nach unten fuhren, während Kattes Lippen, nachdem er ihm das Hemd ausgezogen hatte, sich immer weiter nach oben tasteten. Sanft umspielte seine Zunge Friedrichs Brustwarzen, er küsste ihn lange und saugend am Hals und schließlich auf die Lippen.
Lustvoll stöhnte Friedrich in Kattes Mund. Er hob die Hüfte an, rieb sich an seinem Freund, der daraufhin seine Lippen wieder von denen seines Geliebten löste und tief Luft holte.
„Sanssouci…“ Er betrachtete Friedrich mit halb geschlossenen Augen. „Was machst du mit mir?“
Friedrich lachte. Er griff jetzt nach unten und Katte zwischen die Beine. „Ich weiß auch nicht…“, murmelte er. „Vielleicht versuche ich, dich zu verführen?“
Katte stöhnte leise auf. „Da hast du Erfolg, würde ich mal sagen.“
„Freut mich.“ Friedrich fuhr fort, Kattes beginnende Erektion zu massieren. „Aber willst du dir nicht endlich mal die Hose ausziehen?“
„Zieh du sie mir doch aus.“ Katte grinste ihn an.
Sein Freund zögerte ob dieses Angebots nicht lange, öffnete die Knöpfe an Kattes Hose und holte seinen Penis heraus. „Das fühlt sich aber an, als könnte man da noch etwas steigern…“
Die geübten Handbewegungen ließen Katte schnell hart werden. Es dauerte nicht lange, bis er sich schließlich zur Seite ins Gras gleiten ließ, da er sich nicht mehr in der Lage fühlte, sein ganzes Gewicht auf die Arme zu stützen.
Friedrich grinste ihn an. „Wirst du etwa schon schwach?“
Er setzte sich auf, kniete sich über Kattes Oberschenkel und stimulierte mit der linken Hand eine seiner Brustwarzen, während seine Rechte mit Kattes Penis beschäftigt war. Immer schneller rieb er auf und ab, strich hin und wieder mit dem Daumen über die vom Lusttropfen feuchte Spitze. Bald hielt Katte es nicht mehr aus, er spürte die Anspannung in seinem Unterleib ins Unerträgliche wachsen, bis sie sich schließlich entlud. Seine Bauchmuskeln verkrampften sich, er stöhnte laut, mehrere Schübe Sperma ergossen sich über Friedrichs Hand, Kattes Bauch und seine Oberschenkel.
Noch immer stöhnte Katte dem Orgasmus nach, als Friedrich sich neben ihn legte und ihn sanft zu küssen begann. „Ich liebe dich… mon cher Katte…“
Als Kattes Herzschlag sich wieder beruhigt hatte und er wieder zu Atem gekommen war, erwiderte er hingebungsvoll die Küsse seines Geliebten – bis ihm auffiel, dass Friedrichs Erektion noch immer unbefriedigt gegen seine Hüfte drängte.
Sanft legte er einen Arm um Friedrichs Taille, streichelte seinen unteren Rücken und seinen Hintern, bis sein Geliebter schließlich leise aufstöhnte.
„Sag, Sanssouci, kann man dir etwas Gutes tun?“ Katte setzte sich auf, legte eine Hand an Friedrichs Seite, die andere spielte wie nebenbei mit den Knöpfen seiner Hose. „Dir zum Beispiel… hier heraushelfen?“
Friedrich nickte, und seufzte wohlig, als Katte ihn schließlich aus seinen Beinkleidern befreit hatte und sich zwischen seine Beine kniete.
Zärtlich küsste Katte Friedrichs Bauch, seine Hüften, seine Oberschenkel, leckte dann langsam an deren Innenseite entlang, bis er bei den Hoden angelangt war.
Er hörte seinen Geliebten über sich keuchen, als er die Spitze seiner Erektion in den Mund nahm. Sanft saugte Katte daran, seine Zunge umspielte die Eichel, dann ließ er seine Lippen langsam an Friedrichs Penis hinabgleiten.
Langsam bewegte Katte seinen Mund an Friedrichs Glied auf und ab, immer, wenn er oben angelangt war, umspielte er die Spitze mit seiner Zunge. Er konnte fühlen, wie Friedrichs Blut immer schneller pulsierte, hörte seinen Freund laut keuchen, spürte seine Muskeln sich anspannen, wenn er den Drang, nach vorne in Kattes Mund zu stoßen, unterdrückte. Und da Friedrich das immer öfter tat, war Katte klar, dass es nicht mehr lange dauern würde.
Dann ging ein Ruck durch Friedrichs Körper, er stöhnte laut auf, Katte fühlte und schmeckte, dass sich sein Samen in seinen Mund ergoss. Als das Pulsieren seines Gliedes schließlich nachließ, schluckte Katte. Dann löste er seine Lippen von Friedrichs Penis und ließ sich halb auf, halb neben seinem Freund in die Wiese sinken. Er war so müde…
Langsam kam Friedrich wieder zu Atem. Mittlerweile war es dunkel geworden, die Nacht hatte sich über sie gesenkt und der Wind, der den Tannenduft herantrug, war jetzt beinahe kühl.
Katte wollte nicht, dass sein Sanssouci sich erkältete, verschwitzt wie er war, also biss er die Zähne zusammen, stand auf, holte eine Decke aus ihrem Gepäck und breitete sie liebevoll über Friedrich, bevor er sich neben ihn legte und seinen Geliebten zärtlich in den Arm nahm. Im Osten stieg langsam der Mond über die Baumwipfel auf, groß, rund und silberweiß, wie ein Boot, das an ihrer kleinen Lichtung anlegen wollte.
Sanft küsste Katte Friedrich auf die Wangen, die Haare und den Hals. „Ich liebe dich“, flüsterte er ihm leise ins Ohr. „Was habe ich nur für ein Glück gehabt… mit dir…“
Friedrich blinzelte schläfrig hinauf zu den Sternen. „Und ich erst… mon cher Katte… und ich erst…“ Zufrieden schmiegte er sich an den warmen, atmenden Körper hinter sich und schloss die Augen. Und er war vollkommen zufrieden.
XVIII.
Summary:
Im Frühling oder im Träume
Bin ich dir begegnet, einst,
und jetzt gehen wir zusammen durch den Herbsttag,
und du drückst mir die Hand und weinst.
Weinst du ob der jagenden Wolken?
Ob der blutroten Blätter? Kaum.
Ich fühl es: du warst einmal glücklich
Im Frühling oder im Traum…
Notes:
(See the end of the work for notes.)
Work Text:
Friedrich
Katte…
Muss dich sprechen
7:12
Katte
Was? Wann? Wo?
7:18
Friedrich
Heute Mittag? Im Park? Um halb 1?
7:18
Katte
Passt. Bis dann :-*
7:19
Friedrich
Bis dann.
7:19
Katte
Was ist denn passiert?
7:20
Sanssouci?
9:37
*~*~*~*~*
Weinend hatte Friedrich auf der Parkbank unter einem rotbelaubten Baum gesessen, und Katte hatte ihm angesehen, dass er Angst hatte. Er hatte so blass und verstört ausgesehen, und so unerträglich einsam, dass er ihn sofort hatte in den Arm nehmen wollen.
Aber Friedrich hatte ihn zurückgewiesen. „Lass mich, Katte… ich… ich will Schluss machen.“
Katte war kalt geworden. „Aber… Sanssouci – Friedrich… warum denn?“
„Es… ich meine… es ist besser so. Für mich. Und für dich. Und es geht einfach nicht mehr.“
Ein halbes Jahr waren sie da zusammen gewesen. Und eigentlich war es immer gut gegangen zwischen ihnen. Sicher, kleinere Streitereien hatte es gegeben. Wo gab es die nicht. Aber sie hatten sich stets wieder versöhnt. Und jetzt hatte Friedrich Schluss machen wollen. Vielleicht nicht ganz überraschend, da er sich seit zwei Wochen ein wenig zurückgezogen hatte, und so still und traurig wirkte von Zeit zu Zeit. Doch Katte traf die Trennung dennoch wie ein Schlag.
Friedrich hatte kein weiteres Wort gesagt, sich nur etwas fester in seinen Schal, den er um den Hals trug, gewickelt, und war gegangen. Er hatte Katte gebeten, ihm nicht zu folgen. Er würde es ihm vielleicht eines Tages erklären können.
Und Katte war wie benebelt mitten im Herbsttag stehengeblieben, hatte eine Weile gebraucht, um sich wieder zu fangen, und war dann schließlich zurück in die Arbeit gegangen. Er hatte noch ein paar Mal versucht, Friedrich zu erreichen, in den ersten Wochen, doch der hatte seine Nachrichten nicht einmal gelesen. Er hatte versucht, ihn anzurufen, doch immer hatte der ihn weggedrückt.
Er war traurig gewesen über dieses Ende. Er liebte Friedrich noch immer, wollte nicht annehmen, dass es so zu Ende gehen sollte. Das passte nicht zu dem Sanssouci, den er kannte.
Vor allem aber hatte Katte sich Sorgen gemacht. Friedrich hatte so unglücklich ausgesehen, als hätte ihn eine andere Person dazu gezwungen, ihre Beziehung zu beenden. Er hatte sich schon länger gedacht, dass Friedrich Probleme zuhause haben könnte, doch immer, wenn er versucht hatte, darauf einzugehen, hatte Friedrich ihm versichert, dass alles in Ordnung wäre. Wenn er sich auch in fast einem Jahr Beziehung stets dagegen gewehrt hatte, Katte seine Eltern vorzustellen, während Friedrich bei Familie von Katte ein und aus ging wie ein Sohn.
Immer wieder war da diese stille Traurigkeit in seinem Freund gewesen, die er sich nicht hatte erklären können, und die Friedrich versucht hatte, wegzulächeln. Nicht immer war es ihm gelungen. Doch sobald Katte nachgefragt hatte, hatte es immer geheißen: „Meine Familie… das ist doch nicht das, was mich ausmacht. Ich liebe dich Katte, aber dieser Teil meines Lebens… der wird nicht mehr lange ein Teil von mir sein.“ Und wenn Katte das auch verwirrt und besorgt zurückgelassen hatte, war das eine Stelle gewesen, an die Friedrich ihn nicht herangelassen hatte.
Katte war Friedrich nicht böse, doch er hätte ihn gerne verstanden. Er hätte gerne gewusst, warum Friedrich so abrupt Schluss gemacht hatte.
Der Dezember kam, und Katte fühlte sich so einsam wie lange nicht mehr. Er konnte stundenlang am Fenster stehen und den wirbelnden Schneeflocken zusehen. Der Schnee fiel dicht und nass und Katte stand am Fenster, bis es dunkel wurde und er nichts mehr sehen konnte, und weinte. Er fühlte sich, als hätte er mit Friedrich ein unschätzbar wertvolles Kleinod verloren. Und er würde es wohl nie wiederfinden.
Doch eines Morgens, es war keine Woche mehr bis Weihnachten, fand Katte einen Zettel in seinem Briefkasten. Es war mehr eine halbe Heftseite, hastig ausgerissen und und Eile beschriftet. Doch wenn sie auch unordentlich war, Friedrichs Handschrift hätte Katte überall erkannt.
"Es tut mir so leid, mon cher. Mein Vater will nicht, dass wir uns treffen.
I ch verdiene es nicht mehr. Aber vielleicht wartest du ja auch mich, bis Januar, wenn ich 18 bin. Dann bin ich weg von ihm, und hoffentlich bei dir."
Dieses Weihnachten saß Katte alleine zuhause und starrte die halbe Nacht lang in die weiße Kälte vor dem Fenster. Noch ein Monat. Dann würde Friedrich hoffentlich wieder bei ihm sein. Er würde endlich verstehen, was diese stumme Traurigkeit in ihm war, würde ihm helfen können, sie zu bewältigen. Und vielleicht, wenn der Frühling, das neue Leben kommen würde, würde auch Friedrich wieder lächeln können. Katte hoffte es.
Notes:
Ich mag diese Modern-AU-Idee und wollte schon ewig mal etwas längeres dazu schreiben (das hoffentlich nicht zu sehr in die Richtung von Es reift keine Seligkeit unter dem Monde geht...)
aber vielleicht kommt da ja irgendwann noch mehr ;) lasst mich gern wissen, ob ihr Interesse hättet